Gemeinderat Robert Brusnik: Ketsch könnte noch viel grüner sein

In der Schwetzinger Zeitung vom25.3.2021 ist folgender Beitrag über unseren Ortsverein erschienen.

Ketsch. Als Robert Brusnik 2019 in den Gemeinderat gewählt wurde, war er dort zwar ein „neues Gesicht“, aber innerhalb der Grünen-Fraktion durchaus bekannt, denn bei den Grünen ist er seit vielen Jahren engagiertes Mitglied. „Der Umfang der ehrenamtlichen Tätigkeit mit allen Vorbereitungen, Sitzungen und Terminen war mir im Vorfeld klar und heute kann ich sagen, ich bin definitiv gerne Gemeinderatsmitglied und würde mich auch wieder zur Wahl stellen“, erklärt der 53-jährige Chemielaborant überzeugt.

Seit fast 25 Jahren lebt Robert Brusnik mit seiner Familie in der Enderlegemeinde und schätzt dort besonders, was viele andere Ketscher auch schätzen: die Nähe zur Natur, die Ruhe im Vergleich zu einem Leben in einer größeren Stadt und die vielen Freizeitmöglichkeiten.

„Dennoch bin ich der Meinung, dass unsere Gemeinde noch viel Potenzial hat, sprichwörtlich grüner zu werden. Im Gemeinderat ist es allerdings nicht ganz einfach grüne Ideen durchzusetzen, beispielsweise wurde der, meiner Meinung nach, sehr wichtige Antrag auf Finanzmittel für Baumpflanzungen aus Kostengründen abgelehnt. Doch wir bleiben an diesem für den Klimaschutz und für folgende Generationen wichtigen Thema dran und werden einen Antrag für eine Baumschutzsatzung in den Bau- und Umweltausschuss einbringen. Dabei geht es vorwiegend darum, dass wenigstens der Bestand an Bäumen erhalten bleibt“, führt Brusnik weiter aus.

Mit offenen Augen gehe er durch Ketsch und wünsche sich, wenn schon ein Baum gefällt werde, dass dafür an anderer Stelle ein neuer Baum gepflanzt werde. Dies, so berichtet er, sei in vielen anderen Gemeinden und Städten längst gelebte Praxis.

„Ich fände es außerdem sehr schön, wenn auch bei öffentlichen Bauvorhaben, besonders bei den Neubauten, beispielsweise ökologische Bauweisen wie Dachbegrünungen, Photovoltaik oder ökologische Baumaterialien verstärkt Beachtung fänden. Dies wären gute Beispielmöglichkeiten, um privaten Bauherren diese Themen näherzubringen, Ketsch an dieser Stelle nachhaltiger zu machen und ein Bewusstsein für ökologische Bauweisen in der Bevölkerung zu verankern. Mit dem Waldkindergarten wird bei den Jüngsten hier schon ein ganz anderes Bewusstsein für die Umwelt gefördert, das ist sehr wertvoll für die künftigen Generationen“, bilanziert Robert Brusnik.

Bevölkerung mehr einbinden

„Mir ist außerdem sehr wichtig, dass durch Transparenz, Information und Kommunikation die Ketscher Bevölkerung noch mehr in die Entscheidungen miteingebunden wird. Wenn in einer Gemeinderatssitzung alle nur noch einstimmige Lösungen verabschieden, fehlt doch einiges an Information für die Allgemeinheit. Außerdem bin ich der Meinung, dass nicht alles immer einstimmig beschlossen werden kann, auch wenn im Ausschuss eine Mehrheit etwas beschließt, darf man seine Standpunkte in der öffentlichen Sitzung vertreten“, bekräftigt der engagierte Grüne.

Was Robert Brusnik begrüße, sei die Tatsache, dass auch bei den anderen Fraktionen immer mehr grüne Themen in den Fokus geraten. „Am Ende profitiert Ketsch davon, wenn Umwelt- und Klimaschutz eine Rolle spielen und entsprechende Projekte umgesetzt werden, ganz gleich, wer diese in den Rat einbringt.“

Dass die Corona-bedingten, doch etwas reduzierten informellen Austauschmöglichkeiten innerhalb des gesamten Gemeinderates und mit der Bevölkerung aktuell sehr herausfordernd sein können, bestätigt der aktive Umweltschützer: „Gespräche und der Austausch von Ideen entstehen manchmal ganz unverhofft auf der Straße oder bei sonstigen Begegnungsmöglichkeiten, die aktuell nicht möglich sind. Von daher hoffe ich, dass in der nächsten Halbzeit dazu bald mehr Gelegenheiten entstehen werden. Umwelt und Natur und der Erhalt von beidem geht jeden etwas an, und auch die jüngste Wahl zeigte, dass grüne Ideen für viele eine große Relevanz besitzen“, sagt Robert Brusnik.

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