Schwieriger „Querkopf“

GRÜNE: Stellungnahme von Ratskandidat Bernd Kraus

In der Schwetzinger Zeitung vom 19.3.2019 ist folgender Beitrag über die Grünen erschienen:

Ketsch. Bernd Kraus, der auf Listenplatz vier bei der Gemeinderatswahl für Bündnis 90/Die Grünen antritt, übermittelte unserer Zeitung eine Stellungnahme zum Leserbrief von Bernhard Krupp vom 9. März – darin heißt es auszugsweise:

„Meinungen sind so vielfältig, wie die Menschen in diesem Land. Umso mehr bin ich immer wieder verwundert, wie einstimmig doch im Ketscher Gemeinderat abgestimmt wird – bis auf einen im Leserbrief benannten Gemeinderat, Günther Martin von den Grünen.

Man könnte sagen, er ist ein Querkopf, wäre da nicht ein Bürgerentscheid – zum Bahnhofsplatz, der eindeutig gezeigt hat, dass der Gemeinderat seiner wichtigsten Aufgabe nicht ausreichend nachkommt: die Menschen der Gemeinde zu vertreten. Sie folgen dem Bürgermeister: Er ist der Chef, hat das Sagen.

Wie hieß es vor einiger Zeit vom Vorsitzenden der CDU Ketsch: „Wir haben ein uneingeschränktes Vertrauen zu Ihnen, Herr Bürgermeister!“ Grund für die Wortmeldung war, dass ein Gemeinderat feststellte, dass der Ketscher Bürgermeister eine sehr hohe Wirtschaftsbefugnis hat. Er kann, so oft er will und solange er im Einzelfall die Summe 40 000 Euro nicht übersteigt, ohne den Gemeinderat entscheiden. In umliegenden Gemeinden sind kleinere Summen freigegeben. Wie oft darüber verfügt wird und für was, bleibt im Verborgenen. Für was gibt der Bürgermeister Geld aus? Warum darf man das in Ketsch nicht fragen?

„Obrigkeit“ auf Schippe nehmen

Mit den Fragen hat unser Bürgermeister seine Probleme. So auch in der letzten Gemeinderatsitzung. Den zu starken Rückschnitt von Bäumen zu hinterfragen, was ist daran denn zu beanstanden? Günther Martin stellt die Fragen, was ist daran nicht richtig? Wenn die Grünen einen Faschingswagen bauen und damit die „Obrigkeit“ etwas auf die Schippe nehmen, was ist daran auszusetzen?“

„Wie hat er es fertiggebracht, die seltene Haubenlerche auf den blauen Pfahl zu setzen, um sie zu fotografieren?“, zitiert Kraus den Leserbrief und fährt fort: Ganz einfach, es gibt sie. Er (Günther Martin, Anm. d. Red.) sagt die Wahrheit! Demokratie lebt von unterschiedlichen Meinungen. Aber im Gemeinderat scheint mir die Meinungsvielfalt nicht groß zu sein. Nun gibt es den vermeintlichen ,Querkopf’ und mit dem tut man sich schwer. Ich will eine nachvollziehbare Meinungsfindung. Das gibt es zurzeit in Ketsch nicht. Aber das will ich hier und dafür stehe ich in den Reihen der Grünen.“

zg

© Schwetzinger Zeitung, Dienstag, 19.3.2019

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