Die Natur hat keine Lobby

IM PORTRÄT BERND KRAUS NIMMT AM RATSTISCH FÜR DIE GRÜNEN PLATZ / PLATTFORM FÜR DEN AUSTAUSCH MIT BÜRGERN SCHAFFEN

In der Schwetzinger Zeitung vom 4.7.2019 ist folgender Beitrag über die Grünen erschienen. Autor: Caroline Scholl

KETSCH. Wo Natur erlebbar ist, fühlt sich Bernd Kraus wohl und begrüßte unsere Zeitung zum Interview daher sehr gerne im heimischen Garten, einer ruhigen Oase im Ortskern von Ketsch. Seine Wahl in den Gemeinderat habe er eher bedacht verfolgt und war bei der Auszählung der Stimmen selbst anwesend. „Meine Wahl bedeutet für mich, dass ich mich bewusst der Verantwortung stelle und durchaus weiß, dass einiges an Arbeit auf mich zukommt“, erklärte das neu gewählte Gemeinderatsmitglied.

Im Vorruhestand habe Kraus, wie er erklärt, die Zeit, die ihm für die Begleitung eines solchen Amtes während seiner Berufstätigkeit einfach fehlte. „Wenn ich mich für eine Sache engagiere, dann möchte ich dies gerne mit vollem Engagement und einer soliden Basis tun, sowohl inhaltlich als auch zeitlich“, betonte der 62-jährige, der seit 22 Jahren gerne in Ketsch lebt.

Bei den Grünen stimmen für ihn die Grundwerte und die Beachtung von Umweltbelangen liegt ihm gerade für Ketsch besonders am Herzen. „Natur hat keine Lobby, aber sie ist sehr wichtig. An vielen Stellen sehe ich Potenzial, Dinge anders zu machen. Die sogenannten „Gärten des Grauens“ in den versiegelte und verschotterte Flächen dominieren, sind ein Beispiel dafür.

Aufklärungsarbeit ist wichtig
„Ich halte es für wichtig hier Aufklärungsarbeit zu leisten, dass auch begrünte Flächen wenig arbeitsaufwendig sein können und es wäre eine Idee Anreize zu schaffen, naturgerechte Gärten zu gestalten“, erläutert der Naturliebhaber im Gespräch mit unserer Zeitung.

In der Großstadt Ludwigshafen ist Kraus aufgewachsen, hat aber schon früh seine Liebe zur Natur entdeckt. „Mit meinen Eltern war ich als Kind fast jedes Wochenende im Pfälzer Wald, ich war Pfadfinder und habe in der Segelfliegerei ein Hobby gefunden, bei dem ich intensive Ruhe und Landschaft genießen konnte“, erinnert sich Kraus, der noch immer Mitglied im Pfälzer Waldverein ist. Heute ist es die Imkerei, die Kraus mit Leidenschaft betreibt, ein Hobby, bei dem es innere Ruhe und ein bedachtes Arbeiten an seinen zehn Bienenvölkern bedarf.

„Im Gemeinderat ist mir der Dialog besonders wichtig, konstruktive Kritik soll mehr zugelassen werden und gerade auch im Hinblick auf finanzielle Ressourcen möchte ich mich für einen sinnvollen und weitblickenden Umgang einsetzen, denn nicht immer ist die schnelle und einfache Lösung die beste Lösung“, plant der Vertreter der Grünen sein Engagement im Kommunalparlament.

Vielerlei Konsequenzen
„Ein Bewusstsein, dass beispielsweise jeder Eingriff in die Natur vielerlei Konsequenzen hat, würde ich mir wünschen, denn die Natur ist komplex. Die Frage ist dabei immer, wie weit man gehen will“, führt Kraus im Gespräch weiter aus.

Besonders freut sich Bernd Kraus auch auf den weiteren Dialog mit den Ketscher Bürgern. Das Angebot der Grünen, an einem Stand ähnlich wie vor den Gemeinderatswahlen weiter eine Plattform für den Austausch zu schaffen, halte er für wichtig und sinnvoll.

„Meine Frau und ich haben mit dem Wohnort Ketsch damals eine glückliche Wahl getroffen und spüren eine große Verbundenheit. Wir haben viele Freunde und Bekannte und genießen die Nähe zur Natur, die in Ketsch besteht“, betont Kraus. Diese wertzuschätzen, bewusst wahrzunehmen und manche kommunalpolitischen Entscheidungen auch im Hinblick auf die Auswirkung auf die Natur zu betrachten, dies ist Bernd Kraus sehr wichtig.

© Schwetzinger Zeitung, Donnerstag, 04.07.2019

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