Da ist der Grenzstein: Günter Eckhard (v. l.), Gabi Martin, Nikolaus Eberhardt, Robert Brusnik und Gemeinderat Günther Martin begutachten das gute Stück.

Immer im Besitz des Bistums

In der Schwetzinger Zeitung vom 11.9.2018 ist folgender Beitrag über unseren Ortsverband erschienen:

TAG DES OFFENEN DENKMALS MIT GÜNTHER MARTIN AUF KURPFÄLZISCHEM GRENZSTEIN-SPAZIERGANG

Da ist der Grenzstein: Günter Eckhard (v. l.), Gabi Martin, Nikolaus Eberhardt, Robert Brusnik und Gemeinderat Günther Martin begutachten das gute Stück.  © Rieger

KETSCH. Teil des Tages des offenen Denkmals war in der Enderlegemeinde auch ein besonderes heimatgeschichtliches Thema, das bisher in einem Dornröschenschlaf lag. Zwischen Ketsch und Schwetzingen befinden sich nämlich alte Grenzsteine der Kurpfalz zum Fürstbistum Speyer, die noch nie große Beachtung fanden.

Sie sind ein Zeichen früherer Herrschaftszeiten, derer sich heutzutage kaum noch jemand erinnert. So weiß fast niemand mehr, dass Ketsch niemals zur Kurpfalz gehörte, sondern schon immer zu den rechtsrheinischen Besitztümern des Hochstift Speyer. Kurios dabei ist, dass die alte Grenzlinie schon rund 200 Meter hinter dem kurfürstlichen Schlossgarten in Richtung Ketsch verläuft.

Auch Geschichte auf dem Herzen
Noch heute ist sie identisch mit der Gemarkungsgrenze von Ketsch und Schwetzingen. Diesem Thema „alte Grenzsteine“ widmete sich im Rahmen des Tages des offenen Denkmals der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen.

Gemeinderat Günther Martin gehört zu einer kleinen Gruppe innerhalb des Ortsverbandes, dem auch geschichtliche Themen auf dem Herzen liegen. Er führte am Sonntag eine kleine Gruppe zu einem solchen alten Grenzstein, der sich an einer Feldwegbiegung zwischen dem Schlossgarten und dem Ketscher Wald befindet.

Günther Marin verband dem Spazierweg dorthin mit einigen interessanten geschichtlichen Informationen zu den Nachbarschaftsverhältnissen der Kurpfalz zum Bistum Speyer. Ebenfalls bedauerte er, dass viele der alten Grenzsteine in den vergangenen 100 Jahren von Souvenirjägern ausgegraben und gestohlen wurden.

Auch der eine oder andere Landwirt sei nicht gerade pfleglich mit den alten Relikten umgegangen und hätte sie achtlos auf dem Feld umgefahren oder umgepflügt. Wobei all dies nicht ganz einfach ist: „Diese Steine sind oftmals anderthalb Meter tief eingegraben und wiegen bis zu zwei Zentnern“, informierte Günther Martin.

Bistumswappen eingemeißelt
Am Standort angekommen musste der Stein zunächst von allerlei Unkraut und Wildwuchs befreit werden. Auf der „Ketscher Seite“ war die historische Grenzsteinwappen-Version des Fürstbistum eingemeißelt zu sehen. Schwetzingen zugewandt dann der ringartige Kreis, den auch der untere Teil des altbetagten Schwetzinger Stadtwappens aufweist.

„Wo man doch heute so ziemlich alles über die Kurpfalz weiß, ist es gut, endlich auch einmal so etwas gesehen und gehört zu haben“, lobte Günter Eckhard. rie

© Schwetzinger Zeitung, Dienstag, 11.09.2018

 

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