Natur- und Heimatverbunden

In der Schwetzinger Zeitung vom 5.10.2021, ist folgender Beitrag über unseren Ortsverband erschienen.

Von Benjamin Jungbluth.

Ketsch. Wenn die obersten politischen Vertreter Ketschs bei der nächsten Gemeinderatsitzung am Montag, 25. Oktober, zusammenkommen werden, wird es ein Stück weit familiärer zugehen: Denn dann wird Nikolas Martin, Sohn von Grünen-Gemeinderat Günther Martin, offiziell in das Gremium einziehen. Als Nachrücker für Bernd Kraus, der nach einem schweren Unfall sein Mandat niederlegen musste (wir berichteten), wird er die insgesamt fünf Sitze der Partei nach längerer Zeit wieder komplettieren. Bei der Wahl zum Gemeinderat vor zwei Jahren kam Nikolas Martin mit 1377 Stimmen auf den zweiten Nachrücker-Platz – hinter Anja Lehmer, die allerdings inzwischen die Partei verlassen hat und deshalb nicht in das Gremium einzieht.

Nikolas Martin ist ein echter Ketscher: Der 23-Jährige wuchs im Ort auf und lebt bis heute in der Enderlegemeinde. Nach dem Besuch der Alten Schule ging es für ihn zunächst an der Marion-Dönhoff-Realschule weiter, bevor er auf ein Gymnasium in Mannheim wechselte. Nach einem begonnen Informatik-Studium in Darmstadt entschied er sich für eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration in Karlsruhe, die er derzeit absolviert.

Holzbrücke als Lieblingsort

„Das ist genau der richtige Job für mich und die Fächerstadt ist von Ketsch aus gut erreichbar“, sagt Nikolas Martin. Unter der Woche wohnt er nahe seiner Ausbildungsstätte, doch wann immer es ihm möglich ist, kommt er zurück nach Ketsch. „Hier ist meine Heimat und hier ist es einfach wunderschön“, erklärt Martin.Vor allem der alte Ortskern mit St. Sebastian und die nahe Rheininsel sind für den 23-Jährigen „typisch Ketsch“ – Besucher führt er immer als erstes zur markanten Holzbrücke über den Altrheinarm. In der Natur fühlt sich Nikolas Martin besonders wohl, weshalb er auch eine kleine Gartenhütte im Feld- und Wiesengebiet Richtung Brühl besitzt und im Sommer regelmäßig zum Übernachten nutzt.

Neben seinem Engagement beim Ketscher Roten Kreuz ist er außerdem Jugendleiter beim DPSG-Pfadfinderstamm Don Bosco und Mitglied des Vereins Sonnenernte. Auch bei der Aktionsgruppe „Fridays for Future“ war er schon aktiv.

„Diese Naturverbundenheit habe ich auch von meinen Eltern übernommen: Beide engagieren sich seit langem bei den Grünen, leben von und mit der Natur und haben mir immer gezeigt, wie wichtig es ist, diese zu erhalten“, sagt Nikolas Martin.

Kein Grünen-Parteimitglied

Obwohl er selbst kein Parteimitglied ist, war für ihn somit schnell klar, dass er sich bei den Grünen einbringen möchte. „Bei der Wahl 2019 habe ich mich aufstellen lassen, weil ich gerne meine Gemeinde mitgestalten und etwas bewegen möchte. Das beginnt beim Naturschutz, geht aber darüber hinaus: Ein ganz wichtiges Anliegen ist mir der Busverkehr in Ketsch und Umgebung“, sagt Nikolas Martin. Beim Öffentlichen Personennahverkehr sieht der 23-Jährige große Probleme und kann dabei auf eigene ungute Erfahrungen als Schüler und Student zurückgreifen. Gerade Jüngere und Ältere seien nun einmal auf gute Busverbindungen angewiesen. Hinzu komme der Umwelt- und Klimaschutz, wenn Menschen auf ein Auto verzichten würden. „Doch morgens, wenn die Schüler unterwegs sind, sind die Busse selbst in der Corona-Zeit überfüllt. Und abends, wenn junge Menschen nach Mannheim oder Heidelberg zum Feiern gehen, kommt man nach 21.30 Uhr nicht mehr vernünftig zurück: Einfach nur auf Ruftaxis zu setzen, die man kompliziert vorbestellen muss, ist doch keine adäquate Lösung“, findet Nikolas Martin.

Themen der Jüngeren im Blick

Die Verbindung von Umweltschutzthemen und Bereichen, die vor allem Jüngere betreffen, ist für den designierten Gemeinderat also besonders wichtig. Damit sieht er auch Anknüpfungspunkte zu Ratsmitgliedern anderer Parteien. „Vielleicht kommen wir Jüngeren ja etwas einfacher ins Gespräch über die Themen, die unsere Generation besonders betreffen“, blickt Nikolas Martin optimistisch auf die kommende Zeit als gewählter Vertreter.

Dass er dabei in den Sitzungen des höchsten Gemeindegremiums stets seinen Vater treffen wird, ist für ihn kein Problem. „Wir sind politisch auf einer Wellenlänge und haben auch ansonsten einen engen Kontakt. Aber falls wir bei einem Thema einmal unterschiedlicher Meinung sein sollten, werde ich ihm natürlich widersprechen – davon lebt die Politik doch“, sagt Nikolas Martin augenzwinkernd.

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