„Sich mit 4000 Euro freizukaufen, bringt keine Erleichterung“

Grünen-Ortsverband Robert Brusnik fordert, für die Aktion „1000 Bäume für 1000 Kommunen“ Schattenspender in Ketsch zu pflanzen

In der Schwetzinger Zeitung vom 10.3.2020 ist folgender Beitrag über die Grünen erschienen. Autor: zg

Ketsch.Zum Artikel „Wir sind keine Waldbesitzgemeinde“ in unserer Ausgabe vom vergangenen Donnerstag schreibt uns Robert Brusnik für den Ortsverband der Grünen: „Wie in der SZ zu lesen war, beteiligt sich Ketsch an der Aktion des Gemeindetages Baden-Württemberg ,1000 Bäume für 1000 Kommunen’. Eine lobenswerte Aktion, der sich die Gemeinde da anschließt. Der Klimawandel schreitet voran und die Tier- und Pflanzenwelt leidet. Nicht zuletzt wir Menschen haben in den heißen Sommern mit den hohen Temperaturen zu kämpfen, auch in Ketsch. Warum also beteiligen wir uns an einer Gemeinschaftskasse und pflanzen die Bäume nicht in Ketsch?“, fragt sich Brusnik. „Es steht bei der Aktion nirgends geschrieben, dass es tausend Bäume sein müssen und auch nicht, was ein Baum kosten muss. 4000 Euro hat man ganz schnell ausgegeben, wenn man entsprechend große Bäume pflanzt“, schreibt er.

„Nachdem wir im Gebiet Fünfvierteläcker, auf dem umgestalteten Marktplatz und kürzlich in der Durlacher Straße wertvolle Schattenspender verloren haben, wäre es sicher sinnvoll, Ketsch wieder mit Bäumen aufzuforsten, anstatt mit Spaliergehölz. Denn sich mit 4000 Euro freizukaufen, bringt der eigenen Bevölkerung keine Erleichterung“, so Brusnik. Es gebe in Ketsch genügend Stellen, die durch einen schönen Baum bereichert werden könnten. Ihm falle auf Anhieb die Ecke Blumenstraße/Nelkenstraße, die Ecke Hardtwaldstraße/Seestraße oder der Baumlehrpfad in der Gartenstraße ein.

Mit ein bisschen Kreativität, „Bürger suchen Baumstandort“, „Bürger bekommen Baum für den Garten“ oder „Baumpaten gesucht“ hätte man auch die eigene Bevölkerung einbinden können, bemängelt er. Nicht zuletzt wäre es eine gute Gelegenheit gewesen, für Ketsch endlich ein flächendeckendes Baumkataster anzulegen.

„Und wenn man schon ,grün’ sein möchte, sollte man auch beschlossene Bebauungspläne umsetzen lassen. Im Bebauungsplan Fünfvierteläcker zum Beispiel ist unter Punkt 9.4 gefordert, auf privaten Grundstücksflächen je angefangener 200 Quadratmeter Grundstücksfläche einen Baum zu pflanzen. Dies wird derzeit weder überprüft noch eingefordert“, schreibt Brusnik. Die Grünen finden es gut, dass die Gemeinde sich bei der Aktion beteiligt, vertreten aber den Standpunkt, dass der Baumbestand in Ketsch vergrößert werden soll, anstatt das Geld in eine Gemeinschaftskasse zu zahlen, so die Mitteilung abschließend.

zg© Schwetzinger Zeitung, Dienstag, 10.03.2020

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